Siegerfoto des Heidelberger Teams

Sabrina Effenberger, Julius Steen und Peter Giertzuch gewannen für den Heidelberger Debattierclub das Finale. Kai Dittmann wurde von der Ehrenjury für die beste Rede ausgezeichnet (c) Schledding

Julius Steen, Sabrina Effenberger und Peter Giertzuch haben die zweite ZEIT DEBATTE der Saison gewonnen. In der Rolle der Opposition setzten sich das Team aus Heidelberg gegen Stefan Torges, Kai Dittmann und Alexander Hans durch, die für Berlin angetreten waren. Die beiden Teams debattierten über die Frage, ob Gefährder erheblich in ihrer Freiheit eingeschränkt werden sollten, ohne, dass sie konkrete Straftaten begangen haben. Barbara Schunicht (Hauptjurorin), Nikos Bosse, Patrizia Hertlein, Elin Böttrich sowie Christian Strunck jurierten die Debatte. Alexander Ropertz präsidierte.

Kai Dittmann erhielt von der Ehrenjury den Preis für die beste Finalrede. Nicht nur sei die Sachebene überzeugend gewesen, sondern auch der persönliche Einstieg der Rede sowie das rhetorische Auftreten ausschlaggebend für die Entscheidung gewesen, begründete Carsten Ovens die Entscheidung des Jurytrios. Der Kommunikationspsychologe Prof. Dr. Friedemann Schulz von Thun bezeichnete in einem berührenden Grußwort das Debattieren als eine „wahrlich menschliche Herausforderung.“ Das Wort mündig enthalte schließlich das Wort Mund. „Und den muss man aufmachen und darf ihn gleichzeitig nicht zu voll nehmen.“ Neben Carsten Ovens und Friedemann Schulz von Thun war auch Dr. Michael Fehling von der Bucerius Law School Teil der Ehrenjury.

Themen der ZEIT DEBATTE Hamburg um Überblick

VR 1: Sollte es legitimiert werden, verbindliche Verträge über Leihmutterschaft abzuschließen und durchzuführen?

VR 2: Ist das Entstehen von Plattformen wie Campact zu bedauern?

Factsheet: Campact und vergleichbare Organisationen sind Protestplattformen, die tagespolitische Meinungen bündeln, Unterstützer bzw. Gegner von politischen Maßnahmen mobilisieren und so versuchen, Druck auf Regierungen, Parteien und Organisationen auszuüben. Dabei folgen sie keiner dauerhaft bestimmten Ideologie. Die Finanzierung solcher Plattformen erfolgt ausschließlich über Spenden und Förderbeiträge, aber sie dürfen, im Gegensatz zu Parteien und vielen anderen NGOs, Spender und Förderer der Öffentlichkeit gegenüber anonym halten und genießen den Status der Gemeinnützigkeit. Campact hat nach eigenen Angaben 1,7 Mio Zuhörer

VR3: Sollte in industrialisierten Staaten die Nutzung von Tieren durch den Menschen verboten werden?

VR4: Sollte das Bargeld abgeschafft werden?

VR5: Sollte es Personen verboten werden, ihr äußerliches ethnisches Erscheinungsbild durch Medikamente und/oder Operationen zu verändern?

Halbfinale: Sollte es sozialen Netzwerken verboten werden, automatische Filteralgorithmen anzuwenden?

Finalthema: Sollen Gefährder erheblich in ihrer Freiheit eingeschränkt werden können, ohne, dass sie konkrete Straftaten begangen haben?