Gibt es einen gerechten Krieg? Sind wir verpflichtet, in Bürgerkriegsregionen militärisch zu intervenieren? Gibt es ein Recht auf Faulheit? Sollen Eltern das Erbgut ihrer Ungeborenen entschlüsseln können? Wo immer man auch hinschaut in unserer Gesellschaft – es gilt, Farbe zu bekennen, eine Meinung zu bilden. Und zu verteidigen.
Aber wieso streiten? In einer demokratischen, pluralistischen Gesellschaft sind Meinungsbildung und Diskussionen wesentliche Tätigkeiten des öffentlichen Lebens. Es handelt sich um von der Verfassung garantierte Werte, die erst ein freiheitliches Gemeinwesen garantieren können. Auch in den Parlamenten demokratischer Staaten gilt es, Themen umfassend zu erörtern, um anschließend eine sachgerechte Entscheidungsfindung zu ermöglichen.
Wieso streiten üben? Debattierclubs debattieren nach präzisen Regeln zu aktuellen, meist politischen Themen. Die festen Redezeiten, das regulierte Fragerecht und die zugelosten Positionen ermöglichen eine geordnete Debatte, gleichzeitig trainieren sie Rhetorik, Sachkompetenz und Teamwork. Zu zweit oder zu dritt müssen komplexe Sachverhalte schnell durchdacht, gegliedert und angemessen präsentiert werden. Den Kontrahenten ist zuzuhören, ihre Argumente sind zu widerlegen und den gegnerischen Rednern sind möglichst treffende Zwischenfragen zu stellen. Rhetorik und gute Argumentation entscheiden über Sieg oder Niederlage, wobei eine Jury die Debatte bewertet und den Rednern hilft, sich zu verbessern.
Die Turniere der ZEIT DEBATTEN sind zusammen mit den Hochschulmeisterschaften die Höhepunkte des Debattierens an Hochschulen. Wenn über 150 Redner zusammenkommen, bilden sie die Knoten im Netzwerk engagierter Studenten, die nicht nur Spaß an der Debatte haben, sondern nach neuen Erkenntnissen streben.
Sechsmal im Jahr kommen dazu Redner aus über 70 Debattierclubs aus Deutschland und den deutschsprachigen Ländern und Regionen Europas zusammen und treten auf den ZEIT DEBATTEN in den Wettbewerb. Das interessiert auch die Öffentlichkeit, die die Finalveranstaltungen besucht und die Medien, die darüber berichten. Prominente aus Poslitik, Wirtschaft und Gesellschaft sind Gäste in Ehrenjurys und unterstützen das Debattieren an Hochschulen und im öffentlichen Leben.






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