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Gibt es einen guten Krieg? Müssen wir Kriegsverbrecher, auch wenn es (ehemalige) Staatsoberhäupter sind, ausliefern? Sind wir verpflichtet, in Bürgerkriegsregionen militärisch zu intervenieren? Gibt es ein Recht auf Faulheit? Sollten Alleinstehende ein Kennzeichen tragen? Es gilt, Farbe zu bekennen: eine Meinung zu bilden. Und zu verteidigen.
Aber wieso streiten? In einer demokratischen, pluralistischen Gesellschaft sind Meinungsbildung und Diskussionen wesentliche Tätigkeiten des öffentlichen Lebens. Es handelt sich um verfassungsrechtlich garantierte Werte, die erst ein freiheitliches Gemeinwesen garantieren können. Auch in den Parlamenten demokratischer Staaten gilt es, Themen umfassend zu erörtern, um anschließend eine sachgerechte Entscheidungsfindung zu ermöglichen.
Wieso streiten üben? Debattierclubs debattieren nach präzisen Regeln zu aktuellen, meist politischen Themen. Die festen Redezeiten, das regulierte Fragerecht und die zugelosten Positionen trainieren Rhetorik, Sachkompetenz und Teamwork. Zu zweit oder zu dritt müssen komplexe Sachverhalte schnell durchdacht, gegliedert und angemessen präsentiert werden. Den Kontrahenten ist zuzuhören, ihre Argumente sind zu widerlegen und den gegnerischen Rednern sind möglichst treffende Zwischenfragen zu stellen. Rhetorik und gute Argumentation entscheiden über Sieg oder Niederlage.
Pro und Contra kommen abwechselnd zu Wort, jede Rede versucht die vorangegangene zu widerlegen. Eine Jury bewertet die Debatte und hilft den Rednern sich zu verbessern. Turniere sind die Höhepunkte des Debattierens. Sie bilden Knoten im Netzwerk engagierter Studenten mit gutem Allgemeinwissen. Im Wettbewerb messen sich Mannschaften aus Deutschland und der ganzen Welt. Viele Turniere, darunter insbesondere Europa- und Weltmeisterschaften, fördern den internationalen Austausch und englische Sprachkenntnisse.
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