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Verbandsnachrichten

Debattenkultur: Debatte vor Gericht

Im März 2012 widmet sich unser Newsletter "Debattenkultur in Deutschland" der Debatte vor Gericht: Welche Rolle spielt eigentlich die Rhetorik im deutschen Rechtssystem? Dazu schreibt Filip Bubenheimer, Debattierer aus Berlin, dass die Debatte vor Gericht eine Debatte ohne Zuschauer ist - obwohl ihr weitreichende Bedeutung zukommt. Im Interview erklärt Professor Rüdiger Wulf, wie er an der Universität Tübingen die Debatte zum Bestandteil der Ausbildung künftiger Juristen macht. Und Iris Reuter gibt einen historischen Überblick über die Verbindung von Gerichtsrede und Rhetorik.

Außerdem stellen wir die Vizeweltmeisterinnen im Debattieren vor und berichten über Neues aus dem Hochschuldebattierens. Jetzt den VDCH-Newsletter lesen!

Sueddeutsche Zeitung – Jetzt.de: Wie setze ich mich in Diskussionen durch?

Was tun, wenn es abends auf der Party hoch her geht und man sich in der Debatte Gehör verschaffen will? Wie lenke ich die Aufmerksamkeit auf mich? Wie komme ich zu Wort? Diese Fragen beantwortet das Jugendmagazin jetzt.de der Süddeutschen Zeitung in seiner jüngsten Ausgabe im "Lexikon des guten Lebens".

Dazu hat Reporterin Vanessa Vu den VDCH-Vizepräsidenten und Deutschen Debattiermeister 2010 Philipp Stiel befragt. Hier könnt ihr den ganzen Artikel lesen.

Vizeweltmeister aus Deutschland: Berliner erreichen Finale

Juliane Mendelson und Dessislava Kirova im Finale der Worlds in Manila (c) International Debate Education Association
Juliane Mendelson und Dessislava Kirova im Finale der Worlds in Manila (c) International Debate Education Association

Dessislava Kirova und Juliane Mendelsohn von der Berlin Debating Union (BDU) erreichten auf den World University  Debating Championchips (WUDC) in Manila, der philippinischen Hauptsadt, das Finale in der Kategroie „English as a Second Language“ und mussten sich dort nur einem Team aus Israel geschlagen geben. Damit errang erstmals seit 2006 wieder ein deutsches Team den Vizemeistertitel in der Meisterschaftskategorie der Nicht-Muttersprachler.

In Manila stritten fast 400 Zweierteams im Format BPS (British Parlimentary Style) um den Weltmeistertitel. Über 9 Vorrunden, Viertel- und Halbfinale hatten sich Dessi und Juliane in das Finale gekämpft. Dort standen sie je einem Team aus Tel Aviv (Israle), Leiden (Niederlande) und der International Islamic University Malaysia gegenüber und debattierten in der zweiten Regierung zum Thema „This House supports scientists who fabricate evidence exaggerating the certainty of man-made climate change, where there is a low likelihood to be caught“.

Die Chefjuroren der Weltmeisterschaft setzten bereits in den Vorrunden Themen, die auf starke Prinzipiendebatten zielten. Unter anderem wurde die folgenden Themen debattiert:

  • This House supports the free movement of labour worldwide.
  • This House would exempt academic disputes from defamation law
  • This House would make fathers take paternity leave.

Die beiden Finalistinnen aus Berlin wurden begleitet von 11 Teams aus dem VDCH-Land sowie 8 Juroren. Im Finale sangen diese dann zur Unterstützung der deutschen Finalistinnen “Oh wie ist das schön” und feuerten sie an.

Auf den Worlds in Manila wurde außerdem die Bewerbung der Berlin Debating Union für die Ausrichtung der Weltmeisterschaft im Dezember 2012/Januar 2013 in Berlin bestätigt. Cheforganisator Patrick Ehmann erhielt sodann den „Hammer“ der Worlds in einer symbolischen Übergabe nach dem Ende des Turniers in Manila. Damit steht fest, dass zur Jahreswende 2012/2013 das größte Debattierturnier der Welt in Deutschland stattfindet.

Debattenkultur: Debatte im Netz

Die Novemberausgabe von "Debattenkultur in Deutschland", dem Newsletter des Verbands der Debattierclubs an Hochschulen, dreht sich ganz um die Debatte in der digitale Welt: Welche Chancen und Möglichkeiten ergeben sich für das klassische Format der Debatte im Internet? Was bleibt noch von Rhetorik und Interaktion, wenn die Debatte online geht?

Diesen Fragen widmen sich unsere Autoren Daniel Sommer, Gregor Landwehr, Xenia Zhykar und im Interview Sebastian Jabbusch, Mitglied der Piratenpartei und Experte für Liquid Democracy. Außerdem gibt es eine Übersicht über die beginnende Saison des Hochschuldebattierens und wichtige Neuerungen aus dem VDCH-Land. Jetzt den VDCH-Newsletter lesen!

Tagesspiegel: „Der Verlierer war das Publikum“

VDCH-Präsident Nufer analysiert TV-Duell der Berliner Spitzenkandidaten

Benedikt Nufer, seit August 2011 Präsident des VDCH, analysierte für den Tagesspiegel das TV-Duell der beiden Spitzenkandidaten von SPD und CDU zur Berliner Abgeordnetenhauswahl Ende September. Als Debattierexperte bewertete er gemeinsam mit Sarah Kempf, Journalistin und Debattiererin aus Mainz. Rednerleistung, Auftritt und Schlagfertigkeit von Klaus Wowereit und Frank Henkel wurden geprüft, wie auch Leistung der Moderatoren - an denen nach einem wenig glanzvollen Duell kein gutes Haar blieb: "Der Verlierer in diesem TV-Duell war klar der Zuschauer, von einer schönen Debattenkultur konnte nicht die Rede sein."

Die Analyse in einer großen Regionalzeitung zeigt erneut, dass Debattierer gerne als Expertern für die öffentliche Rede zu Rate gezogen werden. Hier kann man den Beitrag online lesen! Und hier in der Printausgabe.

Neuer Vorstand für die Saison 2011/12 gewählt

Gruppenbild des Vorstandes 2011/2012: Philipp Stiel, Benedikt Nufer, Tom-Michael Hesse und Simeon Reusch (v.l.)
Gruppenbild des Vorstandes 2011/2012: Philipp Stiel, Benedikt Nufer, Tom-Michael Hesse und Simeon Reusch (v.l.)

Die Mitgliederversammlung des Verbandes der Debattierclubs an Hochschulen (VDCH) hat am 20. August 2011 einen neuen Vorstand gewählt. Der Nachfolger von scheidenden Präsidenten Jan Lüken ist Benedikt Nufer. Er wird untersützt von den Vizepräsidenten Tom-Michael Hesse, Simeon Reusch und Philipp Stiel.

Der neue Präsident Benedikt Nufer promoviert an der Universität Hamburg in Geschichte und ist für den Debattierclub Hamburg aktiv. Er war bereits im letzten Jahr Mitglied des Vorstands des VDCH und verantwortlich für den Bereich der Turnierbetreuung.

Der neue Vizepräsident Simeon Reusch übernimmt die Verantwortung für die Turnierbetreuung. Er ist Mitglied im Debattierclub Halle und studiert dort Politik und Philosophie auf Bachelor.

Der neue Vizepräsident Philipp Stiel ist zuständig für die Pressearbeit und studiert den Master International Economics and Finance an der Universität Tübingen. Er ist Mitglied im Debattierclub Streitkultur.

Der neue Vizepräsident Tom-Michael Hesse ist verantwortlich für Finanzen und Kassenwart. Er studiert an der Universität Leipzig Informatik und gehört zum Debattierclub Streitpunkt Leipzig.

Deutschlandfunk: „Mit Katzen reden oder in den Debattierclub“

Am 09.​08. erschien im Deutschlandradio ein Beitrag in der Serie "Weiterbildung im Alltag" für "Campus & Karriere". Darin geht es um die Vorteile, die man erlernt, wenn man regelmäßig in einen der zahlreichen VDCH-Debattierclubs geht. Das originale Interview gibt es auf der Homepage des Deutschlandradios, die Transkription finden Sie hier.

Deutschlandfunk: "Große Worte vor großem Publikum"

Vor Publikum reden - egal ob im Job, in der Uni oder privat - fällt vielen Menschen nicht gerade leicht. Man wird nervös, errötet im Gesicht, die Konzentration ist dahin. Auf den großen Auftritt vorbereiten kann die Teilnahme in einem Debattierklub.

Reden und Präsentieren gehört zu den Softskills, die man im Job drauf haben muss. Wenn's nur um den Inhalt ginge, wäre das keine große Herausforderung. Doch die Aufregung, das Rotwerden und die leicht schwitzenden Hände in den Griff zu bekommen - wenn man im Job vor den Kollegen präsentieren, ein Referat halten, die Ergebnisse des Workshops zusammenfassen soll. Nur normal, dass uns das schwer fällt, sagt Marcus Ewald, Vizepräsident des Verbands der Debattierclubs an Hochschulen.

"Eine Situation, wo jemand vor anderen steht und etwas sagen muss, ist ungewohnt, der Adrenalinspiegel geht hoch, wir sind aufgeregt. Und das führt dazu, dass wir Dinge, die wir sonst automatisch tun, anfangen zu überdenken. Und hier setzt der Stress ein. Dafür braucht man Erfahrung und deshalb sollte man üben, weil: Reden lernt man durch Reden."

Um den Sprung ins kalte Wasser kommt also niemand herum, der im Beruf oder in der Ausbildung zeigen will, was er oder sie drauf hat. Am besten man überzeugt für den Einstieg zunächst mal sich selbst:

"Man stellt sich vorne hin, man fängt an zu reden, bedeutet also, halten Sie die Rede, die sie halten müssen, zu Hause meinetwegen vor der Katze, vor ein paar Pantoffeln, vor dem Spiegel. Üben Sie auf jeden Fall. Machen Sie sich selbst mit ihrer Materie vertraut."

Und werden Sie sich klar, was das Ziel der Rede ist, sagt Marcus Ewald. Wer geklärt hat, was am Ende die Zuhörer denken sollen, dem falle es leichter, die Rede vom Schluss her logisch aufzubauen. Mit logischem Aufbau und einem klaren Ziel, macht man es seinen Zuhörern leichter. Und: Mit ein wenig Mut zu einfachen Sätzen. Viele neigen dazu, ganz komplizierte Schachtelsätze zu bilden.

"Das bedeutet, dass ein Satz angefangen wird und auf dem Weg der Argumentationslinie zu den Zuhörern langsam einschläft. Das geht nicht. Man sollte klare Aussagen machen, kurze Aussagen machen. Und vor allem sollte man sein Rede strukturieren und dem Zuhörer sagen, dass jetzt ein erstes Argument kommt, dann ein zweites und dann noch ein drittes. So dass der Zuhörer nicht die Aufmerksamkeit verliert und immer weiß, wo er ist."

90 Prozent der Wirkung aber erreicht man durch Mimik, Gestik, Körpersprache und durch Emotion. Sie spricht das Wir-Gefühl an. Und das gilt selbst dann, wenn es um scheinbar staubtrockene geschäftliche oder fachliche Themen geht:

"Es gibt immer Mittel und Wege, wie man durch Emotion noch ein bisschen überzeugender werden kann. Sie können am Anfang die fachliche Aussage treffen und am Ende ein Appell formulieren: 'Deswegen müssen wir dieses Projekt so durchführen.'"

Überhaupt: Das letzte Wort. Es ist das, was am stärksten in Erinnerung bleibt. Und diese Chance sollte man nicht vertun. Am Ende ein Appell, eine Botschaft, eine Aufforderung zum Handeln... das bleibt haften, sagt der deutsche Meister im Debattieren 2008, Marcus Ewald. Und dies ist sein Schlusswort:

"Das bedeutet also für den Berufsalltag gesehen: Wenn Sie Debattieren üben, wenn Sie also in einen der Debattierklubs in einer der zahlreichen Unis in Deutschland kommen, dann lernen Sie also, sich in extrem kurzer Zeit sehr gut auf komplizierte Sachverhalte vorzubereiten - und das kann im Job nur nutzen."

Solche Debattierklubs übrigens sind nicht nur für Studierende offen. Die freie Rede kann man außerdem in Rhetorikseminaren trainieren oder mithilfe von Büchern selbstständig verbessern.

Medienpartnerschaft mit dem ZDF verlängert

Jan Lüken, Alexander Stock, Marcus Ewald
Jan Lüken, Alexander Stock, Marcus Ewald

Alexander Stock, der Kommunikationschef des ZDF, hatt als Ehrengast des Finals der Deutschen Debattiermeisterschaft die Gelegenheit, hochklassiges Debattieren aus nächster Nähe betrachen zu können. Wir müssen den Organisatoren und den teilnehmenden Team dankbar sein: offensichtlich hat das Debattieren ihn überzeugt.

Die Medienpartnerschaft des VDCH mit dem ZDF wurde um ein weiteres Jahr verlängert. Das ZDF unterstützt das Debattieren in Deutschland dabei vor allem auf den ZEIT DEBATTEN und den vom VDCH ausgerichteten Meisterschaften.  Die Zusammenarbeit hat bereits im ersten Jahr ihres Bestehens viele Früchte getragen und wir sind uns sicher, dass sie in der Zukunft noch mehr nutzen bringen wird. Wir freuen uns sehr, dass die strategische Partnerschaft weiter geführt wird!

Stuttgarter Nachrichten: „Ein Cicero war nicht dabei“

"Gäbe es Schulnoten in Rhetorik, schnitten die Spitzenkandidaten von CDU, SPD und Grünen in der Elefantenrunde gestern nur mittelmäßig ab - eine solide Drei. Ein wahrer Rhetoriker kombiniert Strategie, Inhalt und Form. Dann kann der Zuhörer nicht anders, als ihm recht zu geben." So lautet das Ergebnis von VDCH-Präsident Jan Lüken, der heute für die Stuttgarter Nachrichten eine Analyse der Auftritte der baden-württembergischen Ministerpräsidenten-Kandidaten vornahm und dabei von der Journalistin Luisa Meisel unterstützt wurde. Die Expertenmeinung des VDCH wurde am 25.​03.​2011 auf Seite 8 der Stuttgarter Nachrichten.

Artikel in den Stuttgarter Nachrichten: "Ein Cicero war nicht dabei"

Der Beitrag in einer der größten Regionalzeitungen Deutschlands ist Beleg dafür, dass das Debattierer immer häufiger ale Expertern für die öffentliche Rede zu Rate gezogen werden. Hier gibt es den Beitrag als PDF zum Download.

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